Laminius X - One Man ShowLaminius X – One Man Show

Veröffentlichung: 04. April 2008

Label: Timezone

Genre: Alternative Rock

Laufzeit: 40:55 Minuten (14 Tracks)

Links: OShome Bandvorstellung: Laminius X

Kritik

TRACKLIST:

  1. Intro
  2. Leere Welt
  3. Shadow et Conscience
  4. Nichts ist Wichtig
  5. Swear on the Bible
  6. Zuvielisation
  7. Somebody’s lying
  8. Tonight
  9. Number 3
  10. Civilization = Sterilization
  11. Daltonien
  12. Fear of the white man
  13. Einer von euch
  14. One Man Show

Klang das Intro mit den Klängen ähnlich einer alten Spieluhr fast etwas öde, ebneten die drei Jungs Timmi, Nesko und Stephan aus Deutschland und Frankreich den Weg für ein Album, das sich gewaschen hat. Denn schon der zweite Track zeigt, was Laminius X drauf haben. In »Leere Welt« beschreiben verzerrte Gitarren, ein schnelles Schlagzeug und eine klare, verständliche Stimme Gefühle in einer Verlustsituation und lässt trotzdem viel Platz für eigene Interpretationen. Direkt darauf bietet »Shadow et Concience« gleich mit englischem und französischem Lyrics einen überraschend guten Song, der textlich perfekt zusammenpasst. Das hat Ohrwurmcharakter.

Leider finde ich die Songtexte zu dem vierten Track auf der vorletzten Seite des Booklets. Das gibt Punktabzug – jedoch nur für das Booklet, der Song »Nichts ist Wichtig« ist sehr schön druckvoll und dennoch melodisch, dass zwangsläufig der Fuß nicht anders kann als mitzuwippen. Mit einem sehr nachdenklich stimmenden Text prangert die Band die rücksichtslose Ausbeutung der Umwelt an. Der nächste Song »Swear on the Bible« erinnert musikalisch ein wenig an Rockgrößen wie Disturbed bis das Solo gegen Mitte des Tracks einen angenehmen ruhigen Bruch einleitet und erst gegen Ende noch einmal Volldampf gibt.

Der sechste Track heißt »Zuvielisation« und dieser Schreibfehler ist ganz und gar beabsichtigt. Musikalisch klingt es ein wenig nach Wave/Punk und nach wenigen Minuten macht der Song klar, worum es überhaupt geht.

»Es ist die Weite die du siehst, es ist die Leere vor der du fliehst.«

Doch es gibt keine Atempause, bevor man überhaupt die Chance hat einmal durchzuatmen hämmert die Gitarre von Nesko eingängige Riffs in euren Gehörgang. Zwischen den Shouts im Refrain von »Somebody’s lying« erkennt man aggressive Strophen über die Feigheit der heutigen Gesellschaft.  Erst zu »Tonight« wird das Album etwas ruhiger, was den melodischen Gesang zusätzlich unterstützt. Mit »Number 3« folgt erneut ein Song mit Tanzfaktor und Ohrwurmcharakter mit anfänglich Rap-artigem Gesang. Das zunächst zeitversetzte Schlagzeug leitet in der Mitte des Tracks gekonnt in eine melodische Periode über, dessen sich Gesang und Gitarre anpassen. Der Text ist eine sarkastische Hommage an die Zahl 3.

Der Song »Civilization = Sterilization« erinnert ein wenig an System Of A Down. Schnelle, harte Riffs und eine stellenweise hohe, aber nicht unnatürliche Gesangsstimme. Schade, das  dieses Lied schon nach zweieinhalb Minuten vorbei ist. »Daltonien« beschreibt sehr anschaulich die Farben des Lebens, und dem was man eigentlich sieht. Sehr passend, dass daltonien das französische Wort für farbenblind ist. Das Ganze wird untermalt von rockigen Gitarren und einem süchtigmachenden Refrain. Nach den letzten drei Tracks ist dieser wieder auf deutsch. Mit »Fear of the white man« schließt sich langsam der Kreis und das Album kehrt nach den bisherigen Exkursionen wieder zu dem typischen Rocksound zurück. Für mich ein vergleichsweise schwacher Track zum Rest des Albums, allerdings keinesfalls schlecht.

In »Einer von euch« schreit der Sänger seinen Frust über die Intoleranz anderer heraus, während sich die Trompeten im Refrain überraschend gut in die melodische Komposition integrieren. Klingt im ersten Augenblick verwunderlich, ist es auch – aber es klingt klasse. Zum Abschluss des Albums wartet der namensgebende Track »One Man Show« auf, dessen Musik diesmal etwas ruhiger daher kommt und dessen Chorus eine selbstpreisende Lobeshymne schmettert. Welche Laminius X nach Abschluss dieses Albums allerdings zweifelsfrei verdient hat.

Fazit

One Man Show ist ein Album voller Überraschungen – musikalisch wie textlich. Egal ob auf einmal ein Song Passagen auf Englisch und Französisch hat oder Trompeten mitten auf einem Rockalbum auftauchen. Selbst das Booklet ist nicht in der Reihenfolge, wie man es erwarten würde. Die musikalische Vielfalt reicht von Rap über Darkwave bis hin zu Metal, welches in keinster Weise ein alltägliches Debutalbum einer damals gerade erst zwei Jahre bestehenden Band darstellt.

Anspieltipps

02 Leere Welt
04 Nichts ist Wichtig
13 Einer von euch

Punktewertung

Texte
★★★★★★★★★☆


Melodie
★★★★★★★★☆☆


Cover&Booklet
★★★★☆☆☆☆☆☆


Gesamt
★★★★★★★☆☆☆