LaminiusX – Vitamin
Veröffentlichung: 24. September 2010
(Verschoben auf den 26.11.2010)
Label: Timezone
Genre: Alternative Rock
Laufzeit: 40:44 Minuten (10 Tracks)
Links: OShome Bandvorstellung: Laminius X
TRACKLIST:
- Almost stars
- Mehr Licht
- Erreur de l’histoire
- Meins
- Trauma
- Viel zu jung
- Ton secret
- Macht
- Vitamin
- Denken ist schwer
Kritik
Zweieinhalb Jahre haben sich die drei Jungs von LaminiusX die Zeit genommen um ihr zweites Album auf den Markt zu werfen. Ab dem 24. September ist das Album »Vitamin« erhältlich, jedoch habt Ihr mit der Single »Meins« schon vorab die Möglichkeit in den Sound des neuen Albums reinzuhören. Ich durfte mir das neue Album bereits anhören und kann euch so berichten, worauf ihr euch mit »Vitamin« gefasst machen müsst.
Begann das Debutalbum »One Man Show« noch sehr ruhig, wird bei diesem Album in der ersten Sekunde klar gestellt, dass es rauher und düsterer zugeht. In »Almost stars« fällt mir zuallererst auf, dass der Gesang wesentlich besser auf die Musik abgestimmt ist. War er mir im letzten Album noch ein wenig zu sehr im Vordergrund, so wirkt dieser dieses Mal harmonischer ohne unverständlich zu sein. Ebenfalls auffallend ist, dass hier auf mehrstimmigen Gesang großer Wert gelegt wurde. Dadurch kommt eine Abwechslung zustande, auf die ich keineswegs verzichten will.
»Mehr Licht« erinnert mich zu Beginn etwas an Szenen eines Science-Fiction Films, bevor die Instrumente einsetzen und ein apokalyptisches Szenario beschrieben wird. Musiklisch wird hier wieder auf die bekannten, verzerrten Gitarren und einem dominanten Schlagzeug zurückgegriffen. Als schließlich eine Art Todessturm den Song beendet, wird es Zeit für die »Erreur de l’histoire«. Inhaltlich möchte ich mich nicht großartig äußern, da die französische Sprache nicht zu meinen Stärken zählt. Jedoch fällt dieser Song musikalisch durch eine verhältnismäßig ruhige, melodische Struktur auf, die sich bis zum Ende stetig steigert.
»Meins« beginnt ebenfalls sehr ruhig und melodisch mit einem akkustischen Intro. Schnell wird der Zuhörer eines anderen belehrt, denn ebenso schnelle Akkorde unterstreichen ein aggressives Statement, aufgrund dessen der Song nach eigenen Aussagen beinahe gestrichen werden sollte. Die Entscheidung hätte ich persönlich für etwas überzogen gehalten und darüber hinaus hätte dem Album einiges gefehlt. Umso besser, dass der Song es nun nicht nur auf das Album geschafft hat, sondern sogar als erste Singleauskopplung veröffentlicht werden.
Mit »Trauma« schließt sich ein weiteres französisch-deutsches Lied an, dessen Refrain durch eingängige und druckvolle Riffs im Ohr bleibt. Der Wechsel zwischen den Strophen und dem Refrain, zwischen Französisch und Deutsch ist noch etwas gewöhnungsbedürftig und teilt das Lied für mich in zwei Teile. Ob gewollt oder ungewollt passt es für mich sehr gut zu meiner Interpretation des Textes. »Viel zu jung« ist ein Lied, das wieder an die gewohnten Klänge des Debutalbums erinnert. Durch sehr melodische Refrains, stakkatoähnlichen Gitarren und dem ein oder anderen Solo ist es eins der abwechslungsreichsten Songs dieses Albums.
»Ton secret« ist das dritte, französischsprachige Lied auf diesem Album. Inhaltlich ist der Text sehr fantasievoll und nimmt den Zuhörer mit auf die Reise. Musikalisch ist diese Geschichte sehr ruhig und harmonisch hinterlegt. Eine kurze Erholungspause kurz vor dem Finale. In »Macht« thematisiert Laminius X die Rekrutierung von Kindersoldaten, dazu passt der Sprechgesang sehr gut. Das Echo der Gitarre und die eingängien Melodien gefallen, jedoch halte ich den Refrain zu melodisch für ein eigentlich trauriges Thema.
Als vorletzter Track steht »Vitamin« an. Der Namensgeber des Albums trägt hohe Erwartungen, die der Song leider nicht erfüllen kann. Es wirkt auf mich textlich wie melodisch etwas humpelnd, fast einfallslos. Sorry Jungs, ich bin von dem Lied etwas enttäuscht. Zum Abschluss beschreibt »Denken ist schwer« die Rücksichtslosigkeit und das Desinteresse der Gesellschaft. Mit einem harten Sound aber auch einer angenehmen Melodie sowie einem abschließenden Gitarrensolo wird dieses Kapitel abgeschlossen.
Fazit
Es ist sicher nicht leicht, ein sehr gutes Debutalbum noch einmal zu toppen. In Vitamin wurden bewährte Konzepte übernommen, so sind eine verzerrte Gitarre, ein schlagkräftiges Schlagzeug und ein druckvoller Bass nach wie vor vorhanden und werden durch ein wesentlich besseres Mastering qualitativ hervorgehoben und ausgezeichnet. Mir gefällt die Aufteilung des Gesangs auf mehrere Sänger, oder auch die bewährte Mischung verschiedener Sprachen. Jedoch vermisse ich die Überraschungen, die One Man Show ausgezeichnet hatten (Wo ist die Trompete geblieben?). Die Zusammenstellung und Auswahl der Songs passt gut zusammen, allerdings in Teilen auch deswegen, dass einige davon ähnlich klingen. Die Texte sind nach wie vor qualitativ gut, wobei aus meinem subjektiven Empfinden heraus die Aussagen in einigen Fällen zu offensichtlich sind oder zwar Missstände anprangern, aber kein Aufruf zur Änderung erfolgt.
Ich habe das Gefühl, Laminius X haben sich die Kritik zum Debutalbum zu Herzen genommen und sind auf einem guten Weg musikalisch individueller zu werden anstatt an andere Bands zu erinnern. »Vitamin« ebnet dafür den Weg und bietet durchaus einige gute Songs, kommt aber bei weitem nicht an die Liveshow der Drei an.
Anspieltipps
04 Meins
05 Trauma
08 Macht





Veröffentlicht von Laminius X Releasekonzert zum neuen Album Vitamin | OShome am 7. November 2010 um 22:24 Uhr
[...] 26. November 2010 kommt, mit etwas Verspätung, nun endlich das neue Album Vitamin der Band LaminiusX auf den [...]